Strassenbau Workshop - Asphaltierung in Spur N

Straßenbau Workshop – „Asphaltierung“ in Spur N

Im Straßenbau-Workshop und Video zeigen wir wie „Asphalt“ in Spurgröße N angemischt, verarbeitet und die Modellstraße in 1:160 ausgeschmückt wird.

Die meisten asphaltierten Straßen auf Modellbahnen werden aus Gips oder ähnlichem Material gespachtelt und bemalt, auch aufgeklebte Varianten sind im Straßenbau der Modellbahnwelt zu finden. Vereinzelt werden diese auch besandet um die Oberfläche natürlicher zu gestalten. Wenn man sich reale, asphaltierte Straßen betrachtet fallen die oberflächliche Glätte, aber auch die erkennbare Steinstruktur und Farbunterschiede der Steinchen auf. Die oben genannten Varianten erzielten für mich nicht den gewünschten Effekt. Sie scheinen mir meist eintönig und zu künstlich. Es sollte schon ein richtiger Straßenbelag mit eben diesen erkennbaren Strukturen und Farbmustern sein.

Modellstraße im Detail
Modellstraße im Detail

Straßenbau mit „Modellasphalt“

Nur in größeren Spurweiten konnte ich bei meiner Recherche im Internet ähnliche Verfahren finden, wie mir vorschwebten. Es sollte ein richtiger Straßenbelag werden wobei es „Modellasphalt“ nicht ganz beschreibt. Bei Asphalt wird Schotter mit Bitumen gemischt, im Modell sollte mir Weißleim als Bindemittel dienen. Diese Mischung ist in Modellbahnkreisen nichts neues, aber mir in Spur N zumindest als Straßenbelag bisher nicht bekannt.

Die Wahl des Gesteins war die etwas schwierigere. Welche Farbe und Größe würde wohl für Maßstab 1:160 geeignet sein? Fündig wurde ich in den Niederlanden bei scenery products . Der dort verkaufte Schotter, Phonolith schien mir farblich gut geeignet. Nach ein paar Tests, entschied ich mich für die Größe „Schaufelsplitt Spur N“. Und so wird’s gemacht:

Im Video sieht man wie der „Modellasphalt“ für unseren Straßenbau aus etwa

  • 1 Teil Weißleim (im Idealfall wasserfest)
  • 2 Teile Wasser
  • 4 Teile Modellsplitt/Schotter

angemischt wird. Die Menge des Schaufelsplitts kann etwas variieren. Die Mischung sollte eine feste Konsistenz aufweisen und nicht mehr verlaufen.

Die Trasse aus 4mm Sperrholz wird mit einem Schwamm angenässt damit der wasserlösliche Weißleim leichter einziehen kann und die Masse nicht vorschnell austrocknet.  Der „Alphalt“ wird grob aufgetragen, verspachtelt und anschließend auf etwa 1-1,5mm Dicke, glatt gestrichen. Danach können die Ränder bearbeitet werden. Die Oberfläche kann bei Bedarf mit einem leicht feuchten Schwamm noch geglättet werden.

Nachbearbeitung

Nach einem Tag Trocknungszeit kann die Straße mit Schleifpapier der Körnungen 150 bis 500 von Hand geschliffen werden. Feinere Körnungen sorgen dabei eher für einen leichten Glanz der Straße und ein Aufhellen. Nach dem Schleifen sollte der Schleifstaub mit einem feuchten Schwamm abgewischt werden. Mit der rauen, feuchten Seite eines Küchenschwamms kann man die  Oberfläche wieder etwas anrauen. So ist es möglich diese nach seinen Bedürfnissen noch anzupassen. Ich habe in meinem Beispiel hier die kleine Landstraße an den Rändern eher fein abgeschliffen und danach, in der Mitte mit dem Schwamm wieder etwas angraut. So wirkt die Fahrbahn leicht abgefahren. Farbe ist dabei nicht im Spiel, nur die Oberflächenbeschaffenheit der Asphaltmasse. Man könnte aber auch mit wenig Farbpuder nachhelfen.

Markierungen und Straßenränder

In meinem Beispiel habe ich mich auf einfache Begrenzungslinien am Straßenrand beschränkt. Diese fassen den evtl. etwas unregelmäßig gespachtelten Straßenrand sauber ein.

Dabei verwende ich einen weißen Lackstift in der Breite von 1-1,5mm. Dies ist maßstäblich betrachtet zu breit. Stifte mit 0,8mm Spitze wären realitätsnaher aber bringen mir persönlich nicht den gewünschten Eindruck. Die Linien zeichne ich mit einem flexiblen Kurvenlineal auf. Das einstige Spezialwerkzeug mit Tuschekante ist inzwischen für wenige Euro in verschiedenen Längen beim Internetversandriesen zu finden. Es kann frei gebogen und an den Straßenverlauf angepasst werden. Die Tuschekante garantiert, dass kein Lack unter das Lineal läuft und verschmiert.

Mit Schotter in verschiedenen Körnungen wurde noch der Straßenrand ausgebildet. Dabei einen kräftigen Schotterkleber dünnflüssig aufpinseln, zuerst die gröberen, dann die feineren Schottersorten aufstreuen und im Idealfall noch mit entspanntem Wasser und der Schotterkleberlösung „nass in nass“ fixieren.

Leitpfosten

Die fertig zu kaufenden Leitpfosten der Modellbahnhersteller fand ich wenig überzeugend und farblich behandelt müssten sie auch noch werden. So kann man diese auch gleich selbst herstellen, dachte ich mir. Fündig wurde ich bei Dreikantprofilen von ASA, 60° mit 1mm Kantenlänge. Diese entsprechen zwar nicht exakt dem Vorbild aber erzeugen den gewünschten Eindruck für den Straßenbau in 1:160. Die Profile schneide ich abgeschrägt in ca. 10mm lange Stücken. Da die Profile bereits weiß sind, wird nur noch mit einem Edding, die schwarze Banderole aufgemalt. Auf die Nachbildung der Reflektoren habe ich verzichtet. Ich finde, dies fällt in Spur N nicht negativ auf. Für die Modellleitpfosten wird eine 1mm-Bohrung gesetzt und die Pfosten eingeklebt, so dass sie etwa 6-7mm herausstehen. Das entspricht etwa einem Meter in der Realität.

Mehr Bilder von unserem Testdiorama findet ihr in unserer Bildergallerie

3 comments on “Straßenbau Workshop – „Asphaltierung“ in Spur NAdd yours →

  1. Hi Jörg,

    danke für die Anleitung!
    Deine Strasse schaut sehr gut aus. Gefällt mir ausgesprochen gut!
    Gerade die Strassen wirken auf vielen – ansonsten oft gut gemachten – Anlagen oftmals grauenhaft.
    Deine ist sowohl von der Struktur, als auch von der Farbgebung her TOP!!! Daumen hoch meinerseits.

    Grüssla Manni

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