Decodertester für DCC (Spur N) – Workshop

Eigenbau Decodertester

Eine Abwandlung aus der MIBA Extra Modellbahn digital, Ausgabe 4 – www.MIBA.de

Wer Triebfahrzeugdecoder in eigener Regie einbaut, hat manchmal die Situation, dass der eingebaute Decoder nicht wie gewünscht funktioniert oder das Triebfahrzeug mit dem Decoder bleibt während des Betriebes aus unerfindlichen Gründen stehen. Bei uns ist es auch schon mal vorgekommen, dass wir ab Werk defekte Decoder geliefert bekommen haben. Dann ist es sehr ärgerlich wenn trotz fehlerlosem Einbau die Lok nicht funktioniert. Deshalb hatten wir schon seit längeren mit dem Gedanken gespielt einen Decodertester zu bauen um vor dem Einbau die Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Zufällig wurde in der MIBA Extra – Modellbahn digital Ausgabe 4, der Bau eines Decodertesters beschrieben.

Während wir zunächst nur an das reine testen gedacht haben geht der Vorschlag aus der MIBA noch weiter. Neben dem Funktionstest kann über extra herausgeführte Motoranschlüsse auch mit der Lok auf dem Gleis gefahren werden. So kann der Decoder im Zusammenspiel mit der Lok bezüglich des Fahrverhaltens beurteilt werden. Zudem kann der Decodertester in seiner Eigenschaft als Decodersteckplatz auch als Programmierstation in Verbindung mit einer Digitalzentrale Verwendung finden. So lässt er sich vorab leicht mit einem PC programmieren. Der Bauvorschlag in der MIBA war in seiner Grundkonfiguration nicht schlecht doch für unsere speziellen Bedürfnisse mussten noch Änderungen vorgenommen werden.

Aufbau MIBA Aufbau N-Modellbahn
Verwendbar für div. Formate (DCC, FMZ, Motorola, Selectrix) Konzipiert für DCC
Sechspolige Schnittstelle – NEM 651 Sechspolige Schnittstelle – NEM 651
Achtpolige Schnittstelle – NEM 652 und Elfpolige MIBA-Schnittstelle  Wird nicht benötigt (Spur N)
Leiterplattenklemmen für Decoder ohne Schnittstellen-Stecker Leiterplattenklemmen für Decoder ohne Schnittstellen-Stecker
Test der Motorausgänge über:
– Richtungsabhängige LED’s
– herausführende Anschlusskabel
Test der Motorausgänge über:
– Richtungsabhängige LED’s
– Leiterplattenklemmen
Test der Funktionsausgänge über 8 LED’s Test der Funktionsausgänge über 4 LED’s
Keine Anschlusskontrolle des Digitalstromes Kontrolle des Digitalstromes über Power-LED
Digitalanschluss über Leiterplattenklemmen Anschluss mit Krokoklemmen
Kippschalter für:
– Masse „blau“ oder „schwarz“
– Motoransteuerung oder Testwiderstand
– Programmierwiderstand
Kippschalter für:
– Masse „blau“ oder „schwarz“
– Motoransteuerung oder Testwiderstand

Zunächst brauchten wir uns nicht auf verschiedene Digitalsysteme und Zentralen festlegen. Da wir unser Modellbahn mit Lenz betreiben, muss unser Decodertester nur unter DCC verwendbar sein. Auch die Vielzahl von Schnittstellen beschränkt sich bei unserem Modell nur auf die für Spur N wichtige Sechspolige NEM-651-Schnittstelle. Des weiteren ist die Anbindung von Decodern ohne Schnittstelle durch Leiterplattenklemmen gewährleistet. Am Beispiel Modell der MiBa können bis zu 8 Funktionsausgänge getestet werden, dies schien uns aber für unsere Bedürfnisse etwas viel zu sein. Der bis dato umfangreichste Decoder der in einer N-Lok bei uns verbaut ist hat  2 zusätzliche Funktionsausgänge. Zur Kontrolle der Funktionsfähigkeit haben wir eine LED Parallel zur Digitalstromeinspeisung eingebaut. Zunächst nur als kleines Zusatzfeature gedacht, erwies es sich aber im Einsatz als sehr hilfreich. Der Strom zur Versorgung des Testers wird mit Hilfe von zwei, aus dem Gehäuse herausgeführten Kabeln, die mit Krokoklemmen bestückt sind, direkt vom Gleis abgenommen. Durch den Einsatz von Krokoklemmen besteht die Möglichkeit den Decodertester überall dort einzusetzen, wo sich Digitalerstrom befindet. Man bleibt also mobil und nicht an einen stationären Testplatz gebunden.

Schablone für unseren Decodertester zum Download als PDF
Schablone für unseren Decodertester zum Download als PDF

Mit Hilfe eines Vektor-Graphikprogramms (z.B. Corel Draw), haben wir uns noch eine Beschriftung erstellt. Ausgedruckt und auf die richtige Größe zurecht geschnitten wird es zunächst mit Kleber und abschließend mit einer klaren Klebefolie auf dem Gehäuse fixiert.

Verschaltung:

Die Verschaltung ist recht simpel, denn es werden nur die Schnittstellen untereinander verkabelt und die LEDs mit den Ausgangskontakten für Motor und Funktionen verbunden. Über einen Kippschalter lassen sich die Funktionsausgänge entweder mit dem blauen oder schwarzen Kabel verbinden. Des weiteren kann über einen Kippschalter ein Widerstand zwischen die Motorausgänge geschalten werden, damit man mit Hilfe des Decodertesters auch programmieren und auslesen kann. Ohne den Widerstand würde man ansonsten eine Fehlermeldung erhalten. Die Verschaltung der Anschlussklemmen unterliegt keiner Norm sondern ist selbst festgelegt. Im Gegensatz dazu muss der Schnittstellenstecker nach Norm verdrahtet werden.

Bedienung:

Die aus dem Gehäuse geführten Kabel mit Krokoklemmen (rot + schwarz) werden entweder direkt an das Hauptgleis oder zum Programmieren an das Programmiergleis geklemmt. Ob der Decodertester angeschlossen ist wird an der zusätzlich eingebauten Power-LED abgelesen. Über die Anschlussklemmen oder die NEM-651-Schnittstelle kann der zu testende Decoder an das Gerät angeschlossen werden. Durch einstellen der Decoderadresse an der Digitalzentrale wird der Decoder angesprochen. Beim schalten der einzelnen Funktionen, wie z.B. F2 und F3, leuchtet die entsprechende LED. Mit dem einschalten der Lichtfunktion muss eine der beiden LEDs F0 oder F1 für die Fahrtrichtung aufleuchten. Durch betätigen der Fahrstufentasten, bekommen je nach Fahrtrichtung die Vorwärts- oder Rückwärts- LED Fahrstrom. Die Herausgeführten Motoranschlüsse erlauben die Überprüfung des Motorausgangs im Praxisbetrieb. Man kann entweder nur einen Motor oder wie in unserem falle ein ganzes Testgleis, auf dem eine Lok fahren kann, daran anschließen. Dort kann das Zusammenspiel zwischen Lok und Decoder vor dem entgültigen Einbau getestet werden.

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