Trassenbau in der Modellbahnwelt – Workshop

Modellbahntrassen konstruieren, bemessen und übertragen bildet die eigentliche Schwierigkeit beim Trassenbau. Wir zeigen verschiedene Möglichkeiten auf…

Beim Trassenbau…

steht weniger der eigentliche Bau, viel mehr die vorangehende Planung und deren Übertragung auf das Modell im Vordergrund. Hierbei zeigen sich die Möglichkeiten aber auch Einschränkungen des zukünftigen Trassenverlaufs.

Trassenbau

Wir verwenden 8mm Sperrholz. Je dicker das Sperrholz ist, desto schlechter ist die Schallübertragung da das Holz weniger schwingt und die Züge werden später leiser  rollen. Je dünner das Holz, um so leichter lassen sich Ausrundungen für Auffahrten formen. Zu Beginn muss der Gleisplan auf eine Platte übertragen werden. Hierzu gibt es verschieden Möglichkeiten:

  1. Man überträgt sich, eine bereits auf einem Plan ausgearbeitete Trasse, mittels Stichhöhenbemaßung auf das Holz. Ein Plan mit dem Maßstab 1:10 ermöglicht ein einfaches Umrechnen und besitzt eine handliche Größe für die meisten häuslichen Modellbahnen. In diesem Beispiel haben wir eine 160cm lange Platte zur Verfügung. Wir lassen etwas Spielraum für die Enden der Trasse und wählen einen 155cm langen Abstand aus unserem Plan im Maßstab 1:10 aus. Das bedeutet wir messen im Plan eine Strecke von 155mm heraus. Anschließend teilen wir diese in beliebige Abstände in Milimetern ein und tragen senkrecht dazu die blau dargestellten Stichhöhen ebenso in Milimeter an. Das ganze wiederholen wir im Zentimeterbereich auf unserer Platte, aus der die Trasse ausgeschnitten wird. Wenn wir im Plan eine Stichhöhe mit 7mm messen, so wird diese mit 7cm auf unserer Platte angeschrieben. Die daraus entstehenden Messpunkte verbindet man zu einer Linie (Polygon) was die Mittellinie unseres Gleises darstellt. Von dieser ausgehend kann man sich parallel dazu nun weitere Gleise und den benötigten Trassenrand abmessen. Hierbei sollte man stets die Norm NEM 112 heranziehen. Bei der Breite des Trassenbretter sollte man ggf.  die Umgrenzung des lichten Raumes beachten in den keine Gegenstände hinragen dürfen um die Zugfahrt später zu blockieren. Hierfür gibt es die NEM 102 und NEM 103

    Trassenbau durch Übertragung mit Stichhöhen
    Trassenbau durch Übertragung mit Stichhöhen
  2. Wenn der Plan für Anlage am Computer erstellt wurde, kann man sich diesen 1:1 ausdrucken / plotten (lassen). Die wenigsten werden wohl über einen Plotter verfügen. Da diese recht teuer sind haben sich inzwischen einige Plotservices auf dem Markt etabliert. An diese kann man seine Dateien als PDF oder auch in diversen Plotformaten schicken und bekommt seine Pläne dann zugesandt falls man nicht sogar einen Plottservice direkt in Reichweite hat um persönlich mit einem USB-Stick vorbei zu schauen. Der Plan in 1:1 kann dann aufgelegt, und mit einem sternförmigen Stoffrädchen abgefahren werden. Dabei drücken sich die Zacken des Rädchens in das Holz und hinterlassen eine exakte Linie.
    Gleise werden auf den 1:1 gedruckten und aufgeklebten Gleisplan gelegt und verklebt
    Gleise werden auf den 1:1 gedruckten und aufgeklebten Gleisplan gelegt und verklebt

    Bei größeren Flächen wie in unserem

    Bahnhof kann man den Plan auch aufkleben und die Gleise später entlang der Mittellinie verlegen. In Bereichen, in denen mit fertig konfektionierten Gleistücken gearbeitet wird ist es zu empfehlen einen Trennstrich zwischen den Gleisen mit ausdrucken zu lassen. Auch die entsprechende Artikel-Nr. des Gleises kann bei einigen Programmen mit ausgedruckt werden so dass auch jede Weiche an der rechten Stelle sitzt.

  3. Man kommt durch Probieren zum Ziel und legt sich vor Ort seinen Streckenverlauf mit einzelnen Schienenstücken zusammen und überträgt den Verlauf auf eine geeignete Sperrholzplatte. Auch hier sind wieder die oben aufgeführten Norm-Tabellen zu beachten damit die Züge später problemlos rollen können.
Trassebau auf Stütze
Trassebau auf Stütze

Höhenermittlung

Um die richtigen Höhen zu erhalten muss man festlegen welche Steigung die Trassen max. besitzen dürfen. Die Steigung wird üblicherweise in % angegeben und beschreibt das Verhältnis von Höhe zu Länge einer Rampe (Steigung % = H / L x 100).  Welche Maximalsteigung für einen am besten ist muss jeder selbst entschieden. Je flacher die Steigung, desto längere Züge können von den Loks bewältigt werden und Getriebe und Motor der Lok werden geschont. Je größer die Steigung desto vielfältiger sind die Gestaltungsmöglichkeiten gerade bei Bergwelten. Die Berechnung der Höhen ist bereits bei der Planung im Trassenbau wichtig, denn nur kann sichergestellt werden, dass Unterquerungen von Brücken und Strecken sowie die gewünschten Höhen überhaupt erreicht werden können. Wir haben uns für jede Ebene unserer Modellbahn einen Höhenplan erstellt und sind dabei davon ausgegangen Oberkante (OK) Rahmen = +/-0,00cm. Wie man in den Plänen erkennt wurden hier auch Änderungen am ursprünglichen Streckenverlauf vorgenommen, da ich bei der Berechnung feststellen musste, dass gewisse Höhen mit der maximal festgesetzten Steigung und der zur Verfügung stehenden Streckenlänge nicht erzielt werden konnten oder für die Durchfahrt nicht genügend Höhe (nach NEM) zur Verfügung stand.

Absturzsicherung

Wie man in unserem Beitragsbild erkennt, haben wir in später verdeckten Bereichen einen ca. 2cm breiten Streifen einer Hartfaserplatte an die Seiten der Trassenbretter getackert. Dieser ist sehr biegsam und soll verhindern, dass evtl. entgleiste Züge von der Trasse abkommen und durch den offenen Rahmen stürzen und so Schaden nehmen.

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